Wehners Blick auf Soutines „Le chasseur de Chez Maxim's“

Soutines „Pagen-Skandal“: Neun Millionen für deformiertes Geschmiere und farbliche Blindgänger!

Chaïm Soutine - Le chasseur de Chez Maxim's / Der Page von Chez Maxim’s (ca. 1925)
(82 x 75 cm)

Hören Sie mir bloß auf mit diesem Schmonzes! Wenn ich mir diesen sogenannten „Chasseur“ von diesem Herrn Soutine ansehe, dann krieg ich Plaque, aber ganz gewaltig! Das ist doch kein Gemälde, das ist eine Zumutung, eine optische Beleidigung für jeden hart arbeitenden Menschen in diesem Lande!

Ein bildgewordener Offenbarungseid

Schauen Sie sich das doch mal an, Sie Herrschaften von der pseudointellektuellen Fraktion! Da steht dieser arme Teufel von einem Pagen, diese Figur, die aussieht, als hätte man sie durch den Fleischwolf gedreht und danach lieblos wieder zusammengeflickt. Diese Hände – das sind doch keine Hände, das sind rote Klumpen, deformierte Paddel! Und das Gesicht? Eine einzige Fratze des Dilettantismus. Wer behauptet, darin „seelische Tiefe“ zu erkennen, der hat doch den Schuss nicht gehört oder leidet an akuter Realitätsverweigerung!

Farbenblindheit als Stilmittel?

Und dann diese Farbgebung! Ich bitte Sie! Diese komischen Rot- und Blautöne, die da völlig unmotiviert über die Leinwand geschmiert wurden. Das Rot der Uniform beißt sich mit diesem undefinierbaren, dreckigen Blau im Hintergrund, dass einem die Augen tränen. Das ist keine Komposition, das ist ein Unfall im Farbkasten! Wer mir hier mit „ausdrucksstarker Palette“ kommt, dem sage ich: Das ist eine Ausrede für jemanden, der nicht weiß, wie man einen Pinsel hält, ohne eine Sauerei anzurichten!

Dilettantismus für Millionäre

Dass dieses Machwerk bei Sotheby’s für über neun Millionen Euro verscherbelt wurde, ist kein Kunstmarkt-Ereignis, das ist ein handfester Skandal! Das ist die Dekadenz pur! Während die kleinen Leute nicht wissen, wie sie ihre Miete zahlen sollen, werfen da ein paar satte Geldsäcke Millionen für ein Bild raus, das jeder anständige Anstreicherlehrling im ersten Lehrjahr schöner hingekriegt hätte. Das ist doch keine Kunst, das ist eine Frechheit in Öl!

Wer soll das verstehen?

Ich frage Sie: Was gibt es da zu verstehen? Nichts! Das ist das nackte Chaos, eine Kapitulation vor der Form, ein einziges Geschmiere! Soutine hat hier nicht gemalt, der hat die Leinwand malträtiert. Und dass die feinen Damen und Herren in den Auktionshäusern dafür klatschen, zeigt doch nur, wie weit sich diese Elite von jeglichem gesundem Empfinden entfernt hat. Das ist lächerlich, das ist grotesk, und wer das Kunst nennt, der gehört mit dem Klingelbeutel aus dem Tempel gejagt!

📌Herbert Wehner
📌Chaim Soutine
📌Le chasseur de Chez Maxim's

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