Hegels Blick auf Mackes „Gemüsefelder“
Mackes perspektivischer Offenbarungseid als Bankrott der Vernunft!
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| August Macke - Gemüsefelder (1930) (47,5 x 64 cm) |
I. Die Abwesenheit des Geistes im Sichtbaren
Wenn ich auf diese sogenannten Gemüsefelder blicke, so tritt mir nicht der Geist in seiner Erscheinung entgegen, sondern die bloße Unfähigkeit, das Sinnliche in die Form des Begriffs zu erheben. Was hier als Weg gelten soll, ist perspektivisch ein einziger Widerspruch: Linien, die keinem Gesetz folgen, die sich willkürlich verjüngen, einander widerstreiten und jede Bestimmung des Raumes aufheben. Der Weg weiß nicht, wohin er führt, weil der Maler selbst ohne Ziel, ohne Begriff, ohne innere Notwendigkeit verfuhr. Raum wird nicht konstruiert, sondern behauptet – und selbst diese Behauptung bleibt im Stadium des Misslingens stecken.
II. Die Zerstückelung der Totalität
Die Felder liegen nebeneinander wie zufällig ausgeschnittene Farbfetzen, ohne Verhältnis, ohne Maß, ohne Vermittlung von Tiefe und Zusammenhang. Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund zerfallen in eine flache, geistlose Unmittelbarkeit. Nichts geht aus etwas hervor, nichts trägt etwas anderes; die Totalität bleibt zerstückelt. Dies ist nicht die bewusste Aufhebung eines Gesetzes, sondern dessen dilettantische Verletzung. Wer das Allgemeine nicht kennt, kann es nicht aufheben – er kann es nur verfehlen.
III. Die Bedeutungslosigkeit des Dargestellten
Auch das Dargestellte selbst verrät die Armut des Gedankens. Diese Gemüsefelder erscheinen nicht als Ort menschlicher Arbeit, nicht als durch den Geist geordnete Natur, sondern als farbiges Raster ohne Bedeutung. Der Acker wird nicht gedacht, sondern dekoriert. Keine Spannung zwischen Natur und Geist, keine Vermittlung, kein Inhalt, der über das bloße „So sieht es aus“ hinausginge – und selbst dieses „So“ ist falsch gesehen, weil es ohne Begriff bleibt.
IV. Die Verweigerung der Technik und des Ernstes
📌August Macke
📌Gemüsefelder

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