Caravaggios Blick auf Beckmanns „Odysseus und Kalypso“
Wenn Meisterschaft ein Schwert ist, dann ist ‚Odysseus und Kalypso‘ ein stumpfer Holzlöffel.
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| Max Beckmann - Odysseus und Kalypso (1943) (150 x 115,5 cm) |
Der Hochmut des Dilettantismus
Hört, ihr Narren der Moderne, hört mich, Michelangelo Merisi da Caravaggio, der ich mit Licht und Schatten die Wahrheit der Welt einfing, nicht mit diesem kindischen Gekritzel! Schaut her auf dieses Machwerk, das man „Odysseus und Kalypso“ nennt, von einem gewissen Beckmann geschmiert. Was für eine Schande, dass solch ein Wust aus Farben und Formen je in einem Museum hängen soll – einem Tempel der Kunst, wo wahres Können regiert, nicht diese plumpe Verzerrung!
Die Schändung der Anatomie
Seht nur: Da liegt Odysseus, der Held der Odyssee, doch welch ein Witz! Sein Kopf mit diesem lächerlichen Helm, der wie ein zerbeulter Topf wirkt, sein Bart ein greller Klecks, sein Gesicht verzogen zu einer Grimasse, die weder Mut noch Leid zeigt, nur grobe Striche. Seine Arme, unproportioniert und steif, umklammern nichts Reales – kein Fleisch, kein Leben! Und Kalypso, die Nymphe? Nackt thront sie da, ihre Brüste flach wie Bretter, die Beine blau und dick wie Baumstämme, die Finger wie Krallen, die sich in seine Haut bohren. Ihr Haar ein schwarzer Klumpen, das Gesicht eine Maske aus starren Augen und schmalem Mund – wo ist die Sinnlichkeit, die Verführung? Stattdessen Hässlichkeit, als hätte der Maler nie eine Frau berührt, nie die Kurven der Natur studiert!
Ein Chaos ohne göttliches Licht
Und diese Kreaturen drumherum – eine Katze mit spitzen Ohren, die lauert wie ein Dämon, doch plump gemalt, ohne Fell, ohne Seele. Ein Vogel, grün und orange, mit Schnabel wie ein Dolch, hockt auf einer Schlange, die sich windet wie ein wurmiger Schlauch. Der Hintergrund? Ein Wirrwarr aus Blau und Grün, ohne Tiefe, ohne das dramatische Chiaroscuro, das ich meisterte, um das Licht Gottes auf die Sünde zu werfen. Alles kantig, eckig, verzerrt – als ob der Pinsel betrunken tanzte, nicht gelenkt von einer Hand, die Anatomie kennt, Perspektive beherrscht!
Die Verleugnung der Meisterschaft
Kunst kommt von Können, amici! Ich malte die Wahrheit: Die Madonna mit echten Straßenmädchen, den David mit Goliath in blutigem Realismus, wo jeder Muskel atmet, jeder Schatten erzählt. Dieses Ding hier? Es ist Chaos ohne Meisterschaft. Odysseus wirkt wie ein Clown, Kalypso wie eine Karikatur – kein Respekt vor dem Mythos, kein Gespür für Proportionen. Wo ist die Präzision der Linie, die Illusion des Lebendigen? Stattdessen grobe Farbkleckse, die den Betrachter beleidigen, nicht erleuchten.
Zurück in den Rinnstein
Ein Museum ist für Giganten wie mich, für Raffael, für Tizian – nicht für diesen Dilettanten, der die Form zerstört, statt sie zu ehren. Werft es hinaus in die Gasse, wo es hingehört, zu den Bettlern und Dieben! Lasst die Hallen rein bleiben für wahre Kunst, die aus Blut, Schweiß und göttlichem Talent geboren wird. Basta!

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