Beikirchers Blick auf Sisleys „Die Seine bei Bougival“

Ein hübsches Durcheinander, das schneller verblasst als ein Traum nach zu viel Kölsch

Alfred Sisley - Die Seine bei Bougival (1876)
(45 x 61 cm)

Der Einstieg: Kölsch, Mikro und ein freches Grinsen

„Jo, liebe Leute, jetzt mal Tacheles: Ich steh hier vor diesem Sisley-Bild – Impressionismus, Seine bei Bougival, 1876 – und denk mir: Dat is ja... putzig. Wie wenn der Opa sonntags im Garten sitzt, 'nen Pinsel in der Hand hat und sagt: ‚Heute mal ich mal die Welt, wie se mir grad vorkommt – nämlich total verschwommen!‘ Weil et gestern zu viel Kölsch war oder weil et grad so schön regnet.

Der Fluss, der Pudel und die wackelnden Bäume

„Schaut euch dat mal an: Der Fluss zittert wie 'n nervöser Pudel, die Bäume wackeln, als hätten se 'nen Elektroschock gekriegt, die Häuser? Die sind so unscharf, die könnten genauso gut 'ne alte Waschmaschine oder 'n vergessener Karpfen im Teich sein. Und dat Licht? Dat Licht spielt verrückt! Überall so kleine Funken, Glitzer-Glitzer – als hätt der Maler 'ne Discokugel draufgehalten und gedacht: ‚Jo, dat macht et modern!‘ Modern? Dat is nich modern, dat is faul! Der hätt sich mal 'n Lineal kaufen sollen, statt alles mit 'nem nassen Schwamm zu verteilen.

Südtiroler Klarheit vs. impressionistische Schludrigkeit

„In meiner Heimat Südtirol, da hängen in den Kirchen Bilder, wo der Jesus am Kreuz noch jedes Rippenknöchelchen einzeln hat – klar, detailliert, man sieht: ‚Aua, dat tut weh!‘ Und hier? Hier is alles so... vorläufig. Als ob Sisley gesagt hätt: ‚Morgen mal ich's richtig, heute nur schnell den Eindruck.‘ Eindruck? Dat is wie wenn ich morgens in den Spiegel guck: Eindruck – aber Kunst? Nee, dat is 'ne Momentaufnahme für Leute, die keine Zeit haben. Schnell hingeguckt, schnell ‚Ach, wie impressionistisch!‘ gerufen, schnell weiter zum nächsten Bier.

Schön ist schön – aber es muss auch halten

„Wir Rheinländer wissen doch: Schön is et, wenn et schön is – aber et muss auch halten! Dat hier hält nich mal fünf Minuten. Sobald man wegschaut, is et weg. Wie 'n Traum nach zu viel Kölsch. Liebenswert? Ja. Harmlos? Total. Aber Kunst? Große Kunst, die einen packt, die einem wat erzählt, die bleibt, wenn et draußen stürmt? Fehlanzeige!

Ein nettes Bild – aber keine große Kunst

„Nee, dat is einfachste Malerei – wie 'ne nette Tapete für 'nen sonnigen Tag. Und wenn ihr mich fragt: Manchmal reicht dat ja. Aber nennt et nich Kunst, sonst lach ich mich kaputt und muss mir 'n doppeltes Kölsch holen, um mich zu beruhigen!“

Der Abschluss: Ein Zwinkern und ein Schulterzucken

Er zwinkert, hebt die Schultern: „Oder wat meint ihr? Ich weiß et nit... Aber et schmeckt trotzdem!“

📌Konrad Beikircher 📌Alfred Sisley 📌Die Seine bei Bougival

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